Helmkonstruktion

Schuberth setzt mit dem Eintritt in die Formel 1 ab dem Jahr 2000 Maßstäbe - sowohl in Sachen Belastbarkeit, als auch in punkto Belüftung und Tragekomfort. So führt Schuberths Sicherheitsinitiative zur Einführung neuer und strengerer Normen des Weltverbands für Automobilsport FIA. Weit über 50 Siege machen die Helme von Schuberth zum erfolgreichsten Kopfschutz der Formel 1 in den letzten Jahren.

Rund 3.000 Arbeitsstunden verwenden die Spezialisten von Schuberth darauf, einen Formel-1-Helm zu entwickeln. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Entwicklung der Kohlefaser, einem Material, das erst dank des Know-hows der Schuberth-Spezialisten für die Produktion von Formel-1-Helmen einsetzbar wurde.

Den heutigen Entwicklungsstand markiert derzeit die Kohlefaser T 1000, die aktuell schlagfesteste Kohlefaser der Welt. Millionen kleinster Fäden, verwoben aus 80 bis 120 Lappen, bilden eine Lage, die das Grundgerüst der Helmschale stellt. Felipe Massas Helm, den er bei seinem Unfall am 25. Juli 2009 in Ungarn trug, zählte 18 dieser Kohlefaserlagen.


Helmkonstruktion

Zurück
top
Weiter
down

Nach einem 3D-Computerscan des Fahrerkopfes wird die Innenverkleidung des Helms millimetergenau maßgeschneidert. Erst dann wird die entsprechend angepasste, äußere Kohlefaserschale aufgebaut. Dadurch wird der Kopfschutz kleiner und leichter. Das unterstützt die Aerodynamik und beschert dem RF1 ein Gewicht von weniger als 1,3 Kilogramm.

Darüber hinaus ist die Sonderlackierung des RF1 feuerbeständig: Nach einer 45 Sekunden langen Beflammung durch einen Brenner bei einer Hitze von 900 Grad Celsius und mit nur 5 Zentimeter Abstand bleibt die Innentemperatur im Helm unter 70 Grand Celsius.

Schutz und Sicherheit – auch eine Frage des Komforts. Der Helm schützt den Fahrer nicht nur bei Unfällen, er vermeidet sie auch. So verfügen die Helme über einen speziellen Akustikkragen, um den Lärmstress möglichst gering zu halten. An das Ohr des Fahrers dringt nur ein dumpfes Motorenbrummen von weniger als 100 Dezibel. Dabei dröhnt im Rücken, nur eine knappe Armlänge entfernt, ein Achtzylinder mit bis zu 19.000 Umdrehungen.


Helmkonstruktion

Zurück
top
Weiter
down

Auch das Gewicht spielt angesichts der enormen Fliehkräfte eine herausragende Rolle. Allein beim Bremsen zerrt zeitweise das Sechsfache der Erdanziehungskraft an der Nackenmuskulatur. Da bedeuten über die Renndistanz gesehen selbst die sechs Gramm, die das Schloss des Kinnriemens aus Titan gegenüber der Stahlausführung leichter ist, eine erhebliche Erleichterung.

Der Sichtschutz besteht aus einer vier Millimeter starken Polycarbonat-Scheibe, die einem Partikel-Beschuss mit einer Geschwindigkeit von 500 Stundenkilometer standhalten muss. Für feuchtes Wetter haben die Schuberth-Ingenieure 2008 ihren Fahrern ein beheizbares Visier spendiert – damals eine Weltneuheit, die nach dem berüchtigten Regenrennen in Silverstone auch das Interesse anderer Formel-1-Piloten geweckt hatte.

Die Herstellung eines Formel-1-Helms ist von Anfang bis Ende perfekt auf den jeweiligen Fahrer abgestimmte Maßarbeit. In zusammengefasst ca. zwölf verschiedenen Arbeitsschritten und aus ca. 80 Teilen bestehend wird ein Helm in Handarbeit gefertigt - jeder Helm ein Unikat!